Reisebloggermontag: Auslandssemester und Schüleraustausch

Ebbe in der Kasse. Besonders Schüler und Studenten können ein Lied davon singen. Woher dann die Kohle für einen Urlaub nehmen? Dabei möchte man doch so gerne die Welt entdecken, eintauchen in Fremde Kulturen und ohne den Einfluss von Erziehungsberechtigten in der Fremde zurechtkommen!

Ein Schüleraustausch oder ein Auslandsstudium bieten die beste Gelegenheit, um aus dem gewohnten Alltag auszubrechen und in fernen Ländern Fuß zu fassen – das zumindest findet Reisebloggerin Yvonne von lovelyforliving-mag, die im blogg.de-Interview verrät wie’s geht.

blogg.de: „Deinen Blog lovelyforliving-mag gibt es Seit 2010. Welche Entwicklung hat er seither durchgemacht?“

Reisebloggerin Yvonne (c) lovelyforliving-mag.com
Reisebloggerin Yvonne (c) lovelyforliving-mag.com

Yvonne: Der Blog hat seit 2010 eine eher persönliche Wandlung erfahren. Anfangs war er noch ein Lifestyle-Blog, der Kolumnen, DIY’s, Interior und vieles weitere zeigte. Erst im Laufe der Zeit kristallisierte sich für mich heraus, dass ich den Blog größtenteils auf meine Leidenschaft zum Reisen basieren wollte. Ich brauche das Reisen wie die Luft zum Atmen und habe hier nicht nur viel zu erzählen, sondern auch den größten Spaß dabei.“

blogg.de: „Wohin hat es Dich in dieser Zeit verschlagen und welche Reiseerlebnisse sind Dir besonders in Erinnerung geblieben? Hast Du eine Top 3?“

Yvonne: „Seit 2010 habe ich sehr viele Reisen unternommen, die nicht in einen Satz zu fassen sind. 2010 kam ich gerade erst von meinem Work-and-Travel-Aufenthalt in Australien wieder, den ich in Neuseeland beendete. Seither bereiste ich folgende Länder: England, Griechenland, Spanien, Schweden und Lappland, Norwegen, Finnland, Dänemark, Russland, Mexiko, Brasilien, New York-USA, Irland, Türkei, Frankreich und Portugal. Aus diesen vielen unbeschreiblichen Erlebnissen nur drei auszusuchen, grenzt dem Unmöglichen, aber dafür gibt es ja meinen Blog.

Ganz besonders war meine Zeit in Brasilien, bei der ich jeden Tag neue, spannende Erlebnisse hatte. Wir sahen Affen in der freien Natur, standen unter den Wasserfällen, tanzten auf der Karneval-Parade in Sao Paulo, verbrachten den Tag an einem der schönsten Strände der Welt und tanzten Samba in Rio. Einen Tag sind wir auf der Insel Florianopolis über acht Stunden trekken gewesen, um einen unbeschreiblichen Ausblick zu genießen. Ich habe die ersten zwei Stunden beim Wandern durch den brasilianischen Dschungel nur geflucht, aber das Panorama war es allemal wert und wir hatten den besten Tag, den ich nie vergessen werde.

Yvonne in Brasilien (c) lovelyforliving-mag.com
Yvonne in Brasilien (c) lovelyforliving-mag.com

Eine andere tolle Reise hatte ich nach Lappland. Es ist etwas ganz anderes bei -26 °C seine Zeit zu genießen. Doch nirgendwo hatte ich so außergewöhnliche Momente. Wir fuhren mit einem Hundeschlitten durch die Winterlandschaft, waren auf einer Rentier-Farm, gingen in die Sauna, um danach bei -15 °C in den See zu springen und natürlich nicht zu vergessen: die magischen Nordlichter zu betrachten.

Die Polarlichter in Lappland (c) lovelyforliving-mag.com
Die Polarlichter in Lapland (c) lovelyforliving-mag.com

Es war schon lange ein großer Traum von mir, einmal nach Mexiko zu reisen. Dieses Land ist unbeschreiblich. Voller bunter Farben, Sonnenschein, wunderschöner Natur und vor allem ganz viel Lebensfreude. Wir gingen in der Karibik schwimmen, aßen leckere Tapas, sprangen in eine Grotte mit glasklarem Wasser, schnorchelten mit Riesenschildkröten im Meer und schliefen in Cabanas direkt am Meer.

Sonne, Strand und Meer in Mexico (c) lovelyforliving-mag.com
Sonne, Strand und Meer in Mexico (c) lovelyforliving-mag.com

blogg.de: „Lovelyforliving – fühlst Du Dich überall auf der Welt zuhause?“

Yvonne:
„Schwierige Frage: Ich bin keine der typischen Reisenomadinnen, die auch nach einem Jahr auf Reisen noch kein Heimweh empfinden. Für mich bedeutet Zuhause meine Familie, meine Heimat, das gewohnte leckere Essen, der Bäcker um die Ecke etc. Trotzdem fühle ich mich auf meinen Reisen, als würde ich ankommen. Ankommen bei mir selbst. In manchen Ländern mehr, in anderen weniger. Besonders in Südamerika könnte ich mir vorstellen, noch einmal länger zu bleiben.“

blogg.de: „Wo hast Du bereits für längere Zeit gelebt und wie war diese Erfahrung für Dich?“

Yvonne: „In der elften Klasse lebte ich ein Jahr im Süden Neuseelands im Rahmen eines High School Years. Nach dem Abitur folgte das nächste Abenteuer und ich ging für ein halbes Jahr nach Australien. In der Studienzeit habe ich bisher zwei Auslandssemester gemacht: jeweils eins im Norden und im Süden von Schweden. Natürlich ist eine Reise mit 16 Jahren ans andere Ende der Welt sehr viel schwieriger, als ein Semesteraufenthalt als Erwachsene. Alle Auslandserfahrungen waren sehr unterschiedlich, haben mich in verschiedenster Weise geprägt und ich möchte keine davon missen, denn sie haben meine Persönlichkeit weitreichend beeinflusst.“


blogg.de: „Was muss man mitbringen und worauf vorbereitet sein, wenn man den Schritt wagt, im Ausland Fuß zu fassen?“

Yvonne: „Mitbringen muss man vor allem Willensstärke, Neugier und auch ein wenig Mut. Man macht sich auf eine Reise alleine in die Welt und muss sich meistens nur noch auf sich selbst verlassen. Auch finanziell muss man sich auf eine Veränderung einstellen und vor der Reise auf vieles verzichten. Ohne die Auslandserfahrung „wirklich“ zu wollen, wird das nichts und endet nur in Frust. Es ist wichtig, organisatorisch gut vorbereitet zu sein, aber man sollte auch wissen, dass im Ausland doch meist alles anders kommt. Fast keine Erwartung wird sich bestätigen, so ist es meist besser einfach keine Erwartungen zu haben und entspannt die Reise anzutreten.“

blogg.de: „Welche Tipps kannst Du Studenten geben, die an einem Austausch interessiert sind?“

Yvonne: „Einen Semesteraustausch an der Universität kann ich wirklich nur wärmstens empfehlen. Für mich war mein erstes Auslandssemester die beste Zeit überhaupt. Man lernt ein neues Studiensystem kennen, kann viel reisen, aber bleibt auch für längere Zeit an einem Ort, um Freundschaften schließen zu können. Mit der Uni hat man einen wichtigen Ansprechpartner zur Seite und die Möglichkeit, finanziell unterstützt zu werden. Doch es gibt auch wirklich einiges zu bedenken: Diese vielen Tipps sind in einer Reihe seit letzter Woche hier online auf dem Blog, unterteilt in: ‚Wie und warum?‘, ‚Finanzierung‘ und ‚Bewerbungsprozess‘.“

blogg.de: „Warum bloggst Du? Du könntest schließlich genauso gut einfach durch die Welt fahren, die Bilder im Kopf haben und sie dort lassen – warum so öffentlich?“

Yvonne: „Das Schreiben und fotografieren waren schon immer Leidenschaften von mir. Die Idee einen Blog zu schreiben, hatte ich von meiner Freundin, doch war der Blog das erste Jahr noch privat, bis ich irgendwann erkannte, dass viele gerne über diese Erlebnisse lesen. Ich will zeigen, dass es durchaus möglich ist, als Student mit wenig Geld seine Träume zu verwirklichen. Auch finde ich es schön, dass die Leser die Möglichkeit haben, sich für einen kurzen Moment eine Auszeit vom Alltag zu nehmen und sich an ferne Orte träumen können, an die ich sie mitnehme. Das Reisen öffnet einem so viele Lernerfahrungen, es wäre doch fast schade, diese nur für sich zu behalten, wo man doch so viele Menschen bereichern kann. Wenn ich nur einer Person am Ende des Tages ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert habe, hat der Blog schon seinen Zweck erfüllt.“

blogg.de: „Viele Blogger widmen sich dem Travelblogging, weil es dafür vermeintlich auch Übernachtungen in Luxushotels und Business-Class-Flüge gibt. Wie sieht es bei Dir mit dem ‘Sponsored travelling’ aus?“

Yvonne: „Ich glaube, dass kein Blogger einen Blog langfristig durchhalten kann, wenn er/sie nicht ehrlich Interesse und Leidenschaft dafür mitbringt. Dafür nimmt ein Blog einfach zu viel Zeit in Anspruch. Es ist wichtig, immer authentisch zu bleiben und wenn Blogger eine Pressereise machen und ihre Meinung und Erlebnisse trotzdem authentisch und ehrlich erzählen, ist das finde ich völlig in Ordnung.“

blogg.de: „Was wäre Dein Lieblingsziel über das Du gerne einmal bezahlt berichten würdest?“

Yvonne: „Ob nun bezahlt oder unbezahlt, ich wollte schon immer einmal nach Santa Lucia in die Karibik. Freiwilligenarbeit im Sinne vom Umwelt- und Artenschutz auf Mauritius oder La Réunion fände ich auch ganz besonders.“

blogg.de: „Ganz allgemein zum Thema Blogs. Wie siehst Du die Entwicklung in Sachen Blogging und Refinanzierung des Lebensunterhalts durch einen Blog?“

Yvonne: „Ich finde die Entwicklung großartig, dass man die Möglichkeit hat, seinen Lebensunterhalt zu finanzieren, indem man genau das macht, was einen erfüllt und am meisten Spaß macht.“

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