Reisebloggermontag: Student auf Reisen + Video!

Bei travelling-shapy.de und dem gleichnamigen Youtube-Kanal zeigt sich Matthias als Student auf Reisen. Er lebt vor, wie man auch für kleines Geld das beste aus einer Reise herausholt und möglichst viel von der Welt sieht. Im blogg.de-Interview erzählt Matthias außerdem von seinem Studium im Fach „Tourismusmenagement“: Worum geht’s und welche Voraussetzungen müssen Ersties mitbringen?

blogg.de: „Lieber Matthias, dein Motto ist ‚Student auf Reisen‘. Wie setzt Du dieses um?

Matthias: „Studenten haben ja meist sehr viel Zeit und sind auch flexibel, genau diese beiden Punkte sind elementar für meine Reisen. Dadurch, dass man keine Ziel-Destination im Kopf hat, sondern eher eine ungefähre Richtung, lässt das sehr viel Spielraum für die Suche nach günstigen Flügen zu. Zusätzlich gehen Semesterferien über mehrere Monate, was eine gute Möglichkeit für längere Reisen ist, den umso länger ein Urlaub umso günstiger wird er im Schnitt auch, da sich Kosten für Transport wie Flüge relativieren.
Zusätzlich hat man als Student oft die Freiheit Vorlesungen zu besuchen oder eben nicht, was ein weiteres Zeitfenster für kleinere Städtereisen sein kann.
Das größte Problem für Schüler/Studenten oder Auszubildende ist wohl das Budget, denn genau durch dieses lassen sich bestimmte Ziele nicht oder nur sehr schwer realisieren. Wichtig ist ein Blick auf die Ausgaben zu haben, meist hilft ein Limit, das man sich Tag für Tag setzt (1000€ im Monat / 30 Tage = 33€ pro Tag). Sollte man es mal überschreiten, weiß man genau, dass die nächsten Tage etwas sparsamer gelebt werden muss. Dadurch ermögliche ich mir selbst 3-6 Monate Urlaub im Jahr.

blogg.de: „Mit Deinem Studium im Fach ‚Tourismusmanagement‘ untermauerst Du Deine Leidenschaft mit theoretischem Wissen. Dein Ziel ist es, später rund um den Globus arbeiten zu können. Welche Länder sind hierbei Deine Favoriten und warum?“

Matthias: „Das Studium Tourismusmanagement hört sich meist exotischer an, als es letztendlich ist. Schlussendlich läuft es auf ein normales BWL-Studium hinaus nur mit dem Zusatz, dass man von diesen Leuten eher belächelt wird. Nichtsdestotrotz ist es in meinen Augen eine tolle Basis um eben später gut gerüstet zu sein für touristische Branchen ob es nun Hotellerie, Reiseveranstaltung oder Verkehrsträger ist.

Ein wirkliches Wunschland habe ich nicht, man darf sich nicht auf eine handvoll Länder beschränken, wenn es um die spätere Jobwahl geht, dadurch verpasst man bestimmt einige tolle Möglichkeiten. Für mich ist lediglich wichtig, dass es warm ist, ansonsten ist es mir relativ egal ob der zukünftige Arbeitsplatz in Amerika, Afrika, Europa, Asien oder im Pazifik liegt. Auch sind viele Ausschreibungen für eine bestimmte Zeit, somit ist man dann alle paar Jahre wo anders unterwegs.“

Travelblogger Matthias (c) travelling-shapy.de
Travelblogger Matthias (c) travelling-shapy.de
blogg.de: „Was würdest Du aus Deiner Heimat im Allgäu vermissen?“

Matthias:
„Vermissen ist so ein starkes Wort. Ich bin nicht im Allgäu geboren und somit fallen die Kindheitserinnerungen, die einen meisten an seinen Geburtsort binden, schon mal weg. Mir würden auf jeden Fall meine Studienkollegen fehlen, aber die wären ja auch nicht mehr da, da wir zur gleichen Zeit fertig werden.“

blogg.de: „Welche Reisetipps hast Du für die Gegend rund um Kempten?“

Matthias: „Wanderfreunde werden hier unglaublich viele Möglichkeiten bekommen, um Berge, Wiesen und Wälder zu erkunden. Motorradfahrer können die Deutsche Alpenstraße befahren und Schlossbegeisterte können das nahegelegene Neuschwanstein bewundern. Generell ist das Allgäu ein sehr vielseitiger Ort und hat im Vergleich zu vielen anderen Destinationen keine wirkliche Haupt- oder Nebensaison, da das ganze Jahr hindurch etwas geboten ist.“

blogg.de: „Was müssen Studienanfänger über das Studium im Bereich Tourismus wissen? Was sollten Erstsemester mitbringen?“

Matthias:
„Das Studium ‚Tourismusmanagement‘ ist sehr BWL- und mathematiklastig. Wer damit ein Problem hat, könnte Schwierigkeiten bekommen. Auch sah ich im ersten Semester viele jüngere Studenten, die recht unentschlossen waren. Diese Unentschlossenheit manifestiert sich dann meist nach dem dritten Semester, indem massenhaft Leute den Studiengang wechseln, da sie Zukunftsängste entwickeln. Denn eins muss klar sein: Reich wird man in der Regel mit diesem Studium nicht! Auch würde ich euch empfehlen, ein gewisses Interesse an dieser Branche und auch an der Welt zu haben.“

Auf Tauchgang (c) travelling-shapy.de
Auf Tauchgang (c) travelling-shapy.de

blogg.de: „Nach Deinem Abitur hat es Dich für ein Jahr nach Australien verschlagen. Die Work-and-Travel-Erfahrung hat Dir ‚die Augen geöffnet‘, denn vorher warst Du nie viel in der Welt unterwegs. Was siehst Du heute anders als damals?“

Matthias: „Es ist immer schwierig genau herauszufinden, was einen genau verändert hat, schließlich beeinflussen uns alle möglichen Sachen. Bestimmt machte mich das Reisen toleranter und offener für neue Kulturen, zudem bin ich geduldiger und fröhlicher geworden. Diese Mischung lässt mich heutzutage ganz anders auf Probleme blicken: Wie würde jemand aus El Salavador nun darauf reagieren? Wir Deutschen neigen ja gerne dazu, aus einer Mücke einen Elefanten zu machen.“

blogg.de: „Wohin bist Du seither gereist und welche Reiseerfahrungen sind Dir besonders in Erinnerung geblieben?“

Matthias:
„Bisher war ich unterwegs in Australien, Südpazifik, Südostasien, Mittelamerika und Europa. Ein besonders tolles Erlebnis war zum Beispiel das Bullenhaitauchen in Beqa auf den Fidschi Inseln. Die Möglichkeit mit diesen monströsen Haien zu tauchen, wollte ich mir nicht entgehen lassen. Diese Haiart ist besonders berüchtigt bei Surfern, da sie für die meisten Angriffe verantwortlich sind, jedoch als Taucher konnte man sie aus nächster Nähe beobachten. Ein unvergesslicher Moment, der mich bis heute noch schwärmen lässt!“

Hai
Bullenhai in Beqa (c) travelling-shapy.de

blogg.de: „Warum bloggst Du? Du könntest schließlich genauso gut einfach durch die Welt fahren, die Bilder im Kopf haben und sie dort lassen – warum so öffentlich?“

Matthias: „Anfangs war mein Blog nichts weiter als ein elektronisches Tagebuch, das meine Verwandten und Freunde daheim lesen konnten. Daran hat sich auch jahrelang nichts geändert. Erst Mitte 2014 bin ich auf WordPress umgestiegen und versuche seitdem Aufmerksamkeit zu gewinnen. Seitdem habe ich nun auch das Format geändert, und zwar von Text zu Video. Ich sehe vor allem im Bereich YouTube große Chancen für Leute, die gerne ihr Leben mit anderen teilen wollen.

Mein Blog hat auch bezüglich meines Studiums und späteren Arbeit einen großen Bonus. Erfahrung in Webdesign oder SEO Optimierung ist vor allem in der Marketing Branche extrem wichtig und von daher ist mein Hobby auch gutes Training für das spätere Leben.“

blogg.de: „Viele Blogger widmen sich dem Travelblogging, weil es dafür vermeintlich auch Übernachtungen in Luxushotels und Business-Class-Flüge gibt. Wie sieht es bei Dir mit dem ‘Sponsored travelling’ aus?“

Matthias: „Bisher gab es keine wirklich seriösen Angebote aus diesem Bereich und ich habe als Backpacker bzw. als Student auch nicht das Zielpublikum dazu. Generell sehe ich aber eine große Möglichkeit darin, dass der Blogger sowie die Firma einen positiven Nutzen daraus ziehen können. Die Umsetzung ist hier wohl das Entscheidende.“

blogg.de: „Was wäre Dein Lieblingsziel über das Du gerne einmal bezahlt berichten würdest?“

Matthias: „Gabon, ein kleines Land in Afrika. Warum genau das? Ganz einfach: mir ist dieses Land als erstes ins Auge gesprungen als ich auf Google Maps rumgeschaut habe. Eigentlich bin ich für alles offen und lasse mich gerne von Neuem überraschen.“

blogg.de: „Ganz allgemein zum Thema Blogs. Wie siehst Du die Entwicklung in Sachen Blogging und Refinanzierung des Lebensunterhalts durch einen Blog?“

Matthias: „Von einem Blog leben können nur die wenigsten. Ich habe nicht die Hoffnung oder auch die Absicht, jemals einer davon zu werden. Die Lust am Schreiben, Filmen und die Interaktion mit Lesern ist mir gerade genug. Sollte noch ein kleines Taschengeld raus springen, wäre das natürlich sehr toll.
Trotzdem denke ich, dass gerade die Tourismusbranche intensiver auf Reiseblogger zugehen wird. Hier bekommt man gute und zielgerichtete Werbung für relativ wenig Geld. Wie das für die anderen Bereiche wie Beauty oder Technik aussieht, weiß ich nicht.“

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