Reisebloggermontag: Eure Reisepannen #1 – Interkulturelles Missgeschick

Reisen ist schön! So weit so klar aber es gibt auch immer eine Kehrseite der Medaille. Wir hatten einige der Blogger, die wir bereits im #Reisebloggermontag vorgestellt haben, aufgerufen uns ihre denkwürdigsten Reisepannen zu verraten. Den Anfang macht Sabine, die als „Reisenomadin“ die Welt entdeckt.

 

Glücklicherweise habe ich bisher kaum negative Erfahrungen auf Reisen gemacht und hatte immer einen guten Schutzengel mit dabei. Nach ein bisschen Grübeln ist mir dann doch eine Geschichte eingefallen – die ich vor einiger Zeit in Jordanien erlebt habe und in die Kategorie ‚Interkulturelle Missgeschicke‘ zu verbuchen ist.

 

 
 

Auf ein tête à tête in Jordanien
– oder: der Tag des verrückten Taxifahrers

 

Jordanien kenne ich – auf Grund von längeren Aufenthalten in meiner Studienzeit – wie kaum ein anderes Land. Ich bin gut vor Ort vernetzt, bewege mich sicher durch die arabische Kultur, beherrsche die wichtigsten Redewendungen für kurze Small-Talk-Konversationen… alles in allem hatte ich nicht erwartet, dass mir ausgerechnet in diesem Land solch ein Missgeschick passieren würde.
 
Ich war unterwegs in der Haupstadt Amman und hatte hier und da ein paar Besorgungen zu machen. Es war damals ein heißer Sommer und ich merkte bereits nach ein paar Stunden, dass ich meine To-Do-Liste wohl nicht mehr zu Fuß erledigen konnte. Ich winkte ein Taxi herbei und setzte mich, vollkommen in Gedanken bei der nächsten Besorgung, auf den Beifahrersitz. Ein schwerer Fehler, den ich bereits nach ein paar Sekunden bemerkte. Denn anstatt, dass der Taxifahrer den gewohnten höflich-zurückhaltenden Smalltalk begann („Where are you from? – Ahh Germany! Bayern Munich…“ ), hatte ich wohl einen Typ der rasanteren Art erwischt. Er gab mir deutlich zu verstehen, dass er wohl gerne seinen freien Nachmittag mit mir verbringen würde und – entgegen der feinen, diskreten jordanischen Art – machte er mir auch andere Avancen, die ich mit der Notlüge “Sorry, I am married” höflich aber entschieden beenden wollte.
 
So etwas hatte ich auch noch nicht erlebt! Zum Glück war mein nächstes Ziel schon in Blickweite, hastig zerrte ich ein paar Geldscheine aus meiner Tasche und verließ fluchtartig das Taxi. Am Abend erzählte ich dann meinen jordanischen Freunden von der Geschichte. Doch anstatt mir aufmerksam zuzuhören, mussten sie sich mächtig anstrengen nicht laut vor Lachen loszuprusten. “You are kidding, right, you never sat next to the driver”, schnappte irgendwann einer der Jungs nach Atem. Und da löste sich auch bei mir der Knoten: Oh Gott!
 
In meiner Dusseligkeit hatte ich mich nicht wie sonst hinter den Fahrer gesetzt, sondern ihm, durch meine Platzwahl direkt neben ihm, unmissverständlich zu erkennen gegeben, dass ich, zudem noch blonde, junge Ausländerin, von der eher “kontaktfreudigen” Sorte bin… Lach, das kann passieren, wenn man sich seiner Sache zu sicher ist!
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